Eine Person mit projizierten Streifen auf dem Rücken wird von einer anderen Person berührt und lächelt.

Bewegungsanalyse, Muskelfunktion und Kraftmessung.

Manchmal erklärt kein Bild, warum etwas schmerzt oder nicht vorangeht. In Rietberg vermessen wir Wirbelsäule, Becken, Beinachsen und Fußdruck strahlenfrei im Stand und beim Gehen, das EMG zeigt, wie Ihre Muskeln angesteuert werden, und die Kraftmessung deckt Seitenunterschiede auf.

Ärztlich eingeordnet

Funktionell gemessen

Für Therapie und Training nutzbar

Bildgebung zeigt Strukturen. Funktionelle Diagnostik zeigt, wie der Körper mit diesen Strukturen umgeht — wie er sich bewegt, wie er Kraft entwickelt und wie muskuläre Steuerung und Belastbarkeit zusammenspielen.

Wenn Beschwerden bestehen, die Bilder nicht ausreichend erklären.

MRT und Röntgen können strukturell unauffällig sein — und trotzdem bestehen Schmerzen, Unsicherheit oder Einschränkungen. Dann kann die Frage wichtiger werden: Wie bewegt sich der Körper? Wo liegen Asymmetrien, Schwächen oder Kompensationsmuster?

Wenn Belastbarkeit nach Verletzung, Operation oder längerer Schonung unklar ist.

Ob ein Gelenk oder die Wirbelsäule wieder belastbarer ist, lässt sich oft besser über Kraftmessung und Bewegungsanalyse beurteilen als über ein Bild allein. Die Frage ist dann: Was kann der Körper unter Belastung?

Wenn Training gesteuert oder aufgebaut werden soll.

Ohne Ausgangsbefund bleibt Trainingssteuerung oft ungenau. Wer weiß, wo muskuläre Defizite liegen, welche Bewegungsmuster gestört sind und wie Kraft seitenvergleichend aussieht, kann strukturierter aufbauen — und Fortschritte messbar verfolgen.

Wenn Sie ohne Beschwerden wissen möchten, wo Sie stehen.

Funktionelle Diagnostik ist nicht an Beschwerden gebunden. Wer aktiv ist oder es bleiben möchte, kann Bewegung, Muskelfunktion und Kraft auch als Ausgangslage erfassen lassen — als Grundlage für gezieltes Training und für den späteren Vergleich. Mehr dazu: Kraft, Bewegung und Belastbarkeit

Untersuchen. Befunden. Planen. Bewegen.

Bildgebung beschreibt, was strukturell sichtbar ist. Funktionelle Diagnostik zeigt, wie der Körper sich bewegt, Kraft entwickelt und Belastung verarbeitet. Zusammen lässt sich besser entscheiden, ob Training, Therapie, Injektion, weitere Abklärung oder bewusstes Abwarten sinnvoll ist.

Was wir messen und wie wir die Werte bewerten

Je nach Fragestellung sammeln wir nicht möglichst viele Werte, sondern wählen die Messungen aus, die die klinische Frage beantworten: Bewegt sich der Körper ausweichend? Arbeitet die Muskulatur passend? Besteht ein relevantes Kraftdefizit? Oder fehlt noch Belastbarkeit?

Bewegungsanalyse mit dem DIERS 4Dmotion Lab

Mit dem DIERS 4Dmotion Lab vermessen wir Haltung und Bewegung strahlenfrei — im Stand und beim Gehen auf dem Laufband. Erfasst werden Wirbelsäulenprofil, Beckenstand und Beckenkippung, die Stellung der Beinachsen und die Druckverteilung unter den Füßen. Weil Wirbelsäule, Beine und Füße gleichzeitig gemessen werden, wird sichtbar, wie sie beim Gehen zusammenspielen: ob der Körper eine Seite stärker belastet, wo er ausweicht und wie sich eine Fehlstellung an Fuß oder Knie bis in Becken und Rücken fortsetzt. Das sind Hinweise, die Röntgen und MRT nicht zeigen können.

Muskelfunktion mit myoact

Mit myoact, einer Oberflächen-Elektromyografie (EMG), messen wir über Elektroden auf der Haut die Aktivität einzelner Muskeln. Standardisierte Tests zeigen, wie gut Muskeln angesteuert werden und wo muskuläre Dysbalancen bestehen — etwa wenn ein Muskel nach Schmerzen oder einer Operation nicht mehr richtig mitarbeitet. Weil die Tests wiederholbar sind, lässt sich der Verlauf vor, während und nach der Therapie vergleichen. Im Training kann die Muskelaktivität als Biofeedback in Echtzeit angezeigt werden: Sie sehen direkt, ob der richtige Muskel arbeitet.

Kraft und Seitenvergleich

Mit standardisierter isometrischer Kraftmessung erfassen wir Maximalkraft und Seitenvergleich einzelner Muskelgruppen. Das macht deutlich, ob relevante Defizite bestehen, wie weit der Aufbau nach Verletzung oder Operation fortgeschritten ist und ob Belastung realistisch gesteigert werden kann.

Die Messungen führt unsere Sportwissenschaftlerin Jessica Nöcker durch. Sie begleitet Sie durch die Tests, erklärt, was gemessen wird, und wertet die Ergebnisse aus. Später nutzt sie dieselben Werte, um Ihr Training in der medizinischen Trainingstherapie gezielt aufzubauen und Fortschritte im Vergleich sichtbar zu machen. Die medizinische Bewertung erfolgt ärztlich: Was Zahlen und Bewegungsmuster bedeuten und was daraus folgt, wird immer im Zusammenhang mit Beschwerden, Untersuchung und Bildgebung beurteilt.

Ergänzend setzen wir einfache funktionelle Tests ein, die Kraft und Bewegungskontrolle im Alltag abbilden und sich gut wiederholen lassen.

Was funktionelle Diagnostik nicht leistet

Funktionelle Diagnostik ersetzt keine strukturelle Bildgebung. Wenn der Verdacht auf eine Verletzung, einen Riss oder eine knöcherne Veränderung besteht, braucht es je nach Fragestellung Röntgen, Sonografie oder MRT.

Umgekehrt beantwortet Bildgebung allein nicht, wie jemand sich bewegt, wie belastbar er ist oder warum Schmerzen trotz unauffälligem Befund bestehen. Beides hat seinen Platz; häufig wird die Aussage erst in der Kombination belastbar.

Funktionelle Diagnostik ersetzt nicht die ärztliche Diagnose. Sie ergänzt sie um messbare Informationen zu Bewegung, Kraft, muskulärer Steuerung und Belastbarkeit.

Ein Messwert zeigt, was unter Testbedingungen gemessen wurde. Die ärztliche Bewertung klärt, was das für Beschwerden, Therapie und Belastung bedeutet.

Der erste Schritt: Untersuchung und Klärung.

In der orthopädischen Erstuntersuchung klären wir, was hinter den Beschwerden steht und ob funktionelle Diagnostik in Ihrer Situation sinnvoll ist — und wenn ja, welche Messungen dafür.

Der Termin ist eine orthopädische Erstuntersuchung. Ob und in welchem Umfang Kosten entstehen, klären wir vorab anhand der medizinischen Fragestellung.

Methodische Tiefe

Was das DIERS 4Dmotion Lab zeigt

Das System vermisst die Rückenoberfläche mit Licht und berechnet daraus ein dreidimensionales Modell von Wirbelsäule und Becken — ohne Röntgenstrahlung. Kameras erfassen die Beinachsen von hinten und von vorn, eine Druckmessplatte im Laufband die Kräfte unter den Füßen. Alle Messungen laufen gleichzeitig, im Stand und beim Gehen. Die Werte geben Hinweise auf Haltungsasymmetrien, Beckenschiefstand, Rotationen und Belastungsmuster; was sie bedeuten, ordnen wir immer ärztlich zusammen mit Untersuchung und Bildgebung ein.

Was Oberflächen-EMG zeigt

Das Oberflächen-EMG — bei uns mit myoact — misst die elektrische Aktivität von Muskeln. Es zeigt, ob Muskeln aktiviert werden, wann sie aktiviert werden und ob Aktivierungsmuster symmetrisch oder gestört sind. Es ist kein Ersatz für eine neurologische Diagnostik, liefert aber funktionell relevante Hinweise.

Was Kraftmessung zeigt — und was nicht

Isometrische Kraftmessung erfasst die maximale Kraft einer Muskelgruppe unter standardisierten Bedingungen. Sie zeigt Seitenunterschiede und Defizite. Für sich genommen sagt sie aber wenig über Ausdauer, Koordination oder Belastbarkeit im Alltag — dafür braucht es die Kombination mit klinischer Untersuchung und Bewegungsanalyse.

Wer auswertet und medizinisch bewertet

Die Messungen führt Jessica Nöcker als Sportwissenschaftlerin durch und wertet sie aus. Die medizinische Bewertung – was ein Befund für Beschwerden, Therapie und Belastung bedeutet – erfolgt ärztlich durch Jan Seden Spieker.